Wohnen - aber mit Perspektive
Wohnraum für alle Generationen
Nordhorn braucht Wohnraum, der nicht nur heute funktioniert – sondern auch morgen.
Bezahlbares Wohnen entscheidet darüber, ob Menschen bleiben, Familien gründen, im Alter gut leben oder in Nordhorn überhaupt noch eine Perspektive sehen.
Deshalb dürfen wir Wohnen nicht nur in Wahlperioden denken.
Stadtentwicklung entsteht über Jahrzehnte.
Eine Stadt, die wir heute bauen, muss auch in 10, 15 oder 20 Jahren noch zu unseren gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Anforderungen passen.
Sonst zahlen wir doppelt:
durch teure Nachsteuerungen, soziale Spannungen und verlorene Entwicklungschancen.
Neubau allein wird die Wohnungsfrage nicht lösen
Nordhorn braucht neuen Wohnraum.
Aber die Zukunft entscheidet sich nicht ausschließlich auf neuen Bauflächen oder durch immer dichtere Bebauung.
Nordhorn verfügt bereits über einen großen Wohnungsbestand.
Darin liegt nicht nur eine Herausforderung – sondern auch erhebliches Potenzial.
Ich möchte deshalb stärker als bisher fragen:
- Wo gibt es Leerstand oder Unterauslastung?
- Welche Gebäude lassen sich sinnvoll modernisieren oder umnutzen?
- Wo können Lebensphasenwechsel besser begleitet werden?
- Welche Quartiere brauchen Weiterentwicklung statt ausschließlich Neubau?
Nicht jede ökologische oder wirtschaftliche Lösung besteht automatisch in Abriss und Neubau.
Die sogenannte graue Energie bestehender Gebäude, Flächenverbrauch, Infrastrukturkosten und soziale Strukturen müssen in die Betrachtung einbezogen werden.
Nachhaltigkeit bedeutet auch, verantwortungsvoll mit vorhandenen Ressourcen umzugehen.
Wohnen muss zu Lebensphasen passen
Viele Wohnprobleme entstehen nicht nur durch fehlende Wohnungen — sondern durch fehlende Passgenauigkeit.
Große Häuser werden häufig von wenigen Menschen bewohnt.
Gleichzeitig suchen Familien dringend Wohnraum.
Viele ältere Menschen wünschen sich kleinere, barrierearme Alternativen — finden sie aber nicht.
Hier liegt enormes Potenzial.
Ich möchte stärker über:
- generationengerechte Quartiere
- freiwillige Wohnraummobilität
- barrierearme Innenstadtangebote
- Mehrgenerationenmodelle
- intelligente Nachnutzung bestehender Immobilien
nachdenken.
Nicht durch Verdrängung.
Sondern durch bessere Angebote.
GEWO stärken – aber mit realistischer Perspektive
Die GEWO bleibt ein unverzichtbarer Pfeiler bezahlbaren Wohnens in Nordhorn.
Gleichzeitig stehen enorme Aufgaben bevor:
- energetische Sanierung
- Modernisierung alter Bestände
- steigende Baukosten
- Klimaanpassung
- bezahlbare Mieten trotz hoher Investitionsbedarfe.
Deshalb braucht die GEWO keine politischen Wunschlisten, sondern eine belastbare strategische Entwicklung.
Dazu gehören:
- verlässliche Investitionsperspektiven
- intelligente Förderkulissen
- wirtschaftlich tragfähige Modernisierung
- klare Prioritäten zwischen Neubau und Bestand.
Gleichzeitig werden wir privaten Investitionen Raum geben müssen.
Aber schnelleres Bauen allein löst die Wohnungsfrage nicht automatisch.
Entscheidend bleibt die Frage:
Welcher Wohnraum entsteht – für wen – und mit welcher langfristigen Perspektive?
Verwaltung als Ermöglicher – nicht als Bremse
Ja, Verfahren müssen schneller werden.
Ja, Genehmigungen müssen effizienter werden.
Ja, unnötige Bürokratie gehört überprüft.
Aber Geschwindigkeit allein darf nicht zum einzigen Qualitätsmaßstab werden.
Die eigentliche Aufgabe lautet:
Wie schaffen wir schneller Wohnraum, ohne dabei langfristige Lebensqualität, Nachhaltigkeit und städtebauliche Qualität aus dem Blick zu verlieren?
Ich möchte eine Verwaltung, die Wohnraumentwicklung aktiv ermöglicht — pragmatisch, lösungsorientiert und mit klaren Ansprechpartnern.